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Wednesday, 7 January 2009

Skistart ins neue Jahr am Lake Tahoe

Am Silvestermorgen machten wir uns auf gen Berge in die Sierra Nevada. Nach nur 2h Fahrt tauchten die ersten schneebedeckten Gipfel der Sierra vor unserer Windschutzscheibe auf. Weitere 2,5h später nahmen wir als erste das Hüttchen in Beschlag. Im Laufe des Nachmittags trudelten auch Nastja, Lena, Ivan und Mascha, Nadja und Ilja ein. Wenngleich wir auch Leckereien mitgebracht hatten, doch gegen das was die anderen beiden Familien nach und nach auftafelten waren unsere Mitbringsel einfach lächerlich. Rouven hat gleich besorgt gefragt, wieviele Leute denn noch kommen würden. Aber so gehört es sich für ein russisches Neujahr: es werden Speisen aufgetafelt bis der Tisch unter dem Gewicht zusammenbricht. Nicht nur Unmengen Essen hatten unsere russischen Freunde mitgebracht, sondern auch einen kleinen Weihnachtsbaum und Partyaccessoires. Im Laufe des Abends ist sogar das unvorstellbare passiert: Rouven hat sich ein Partyhütchen aufgesetzt und die Bude mit Luftschlangen dekoriert. Unser russischer Neujahrsabend war sehr schön und sehr lecker und auch nur so war ich in der Lage überhaupt so lange wach zu bleiben.
Den Neujahrsmorgen begannen wir sportlich, Rouven schwang sich auf die Ski und ich habe mir Ella auf den Rücken geschnallt. Es war ein schöner sonniger Tag und so hat das Frischluftschnappen viel Spaß gemacht. Rouven war glücklich auf den Brettern (hat gleich ganz Kalifornien und Nevada abgefahren) und ich bin mit Ella ein wenig um den Berg gelaufen. Am Nachmittag haben wir uns in South Lake Tahoe umgesehen und im Kasino (direkt hinter der Stateline Kalifornien/Nevada stehen mehrere Kasinos) vergeblich versucht unseren Ausflug zu refinanzieren. Bei einem Bowl Game (College Football) konnten wir diesen schönen Tag gemütlich ausklingen lassen. Das erste was ich am folgenden Morgen spürte war eine böse Muskelmietze in meinen Waden. Da kraxelt man ein bissel durch die Berge und schon fällt die Muskelmietze über einen her. Zwar schien beim ersten blinzeln aus dem Fenster noch die Sonne, doch der Wetterbericht versprach üblen Schneesturm und eisige Temperaturen. Unter diesen Voraussetzungen verzichtete ich auf meinen Skifahranspruch und lies Rouven im Schneegestöber die Piste runterwedeln. Während draußen der Schneesturm tobte amüsierten sich die Mädels: Nastja, Mascha und Ella im Hüttchen. Da Ella brav ihren Mittagsschlaf hielt konnten Nadja und ich rodeln gehen. Rouven hat es trotz Schneesturm 4h auf der Piste ausgehalten und konnte sich zu Hause gleich bei mehreren Bowl Games entspannen. Viel mehr haben wir an diesem stürmischen Tag auch nicht gemacht. Aber in einem waren Hüttchen sitzen, während vor der Türe arges Schneetreiben herrscht ist auch sehr schön. Am Samstag war der Sturm vorbei und ich nahm endlich mein Recht auf Wedeln war. Zugegebenermaßen bin ich ja schon ein wenig ein Schisser, denn alleine den Berg runter, zumal meine letzte Abfahrt ziemlich genau 8 Jahre her ist, hmmmpf. Aber wat mut dat mut und so bin ich dann in den Lift gestiegen. War alles gar nicht so schwer und mit jedem Mal bin ich fixer runter . Mit diesen Carving Skien ist es wohl auch nicht wirklich schwierig. Aber gefroren habe ich trotzdem mal wieder ganz dolle. So etwas passiert beim Langlauf nicht! Das nächste Mal müssen wir irgendwo hinfahren, wo das Langlaufgebiet nicht so fern ist. Nach nur 2,5h war ich fix und alle und vor allem total verfroren. Rouven hat das gefreut, denn so konnte er auch noch mal die Piste unsicher machen. Eigentlich war ich schon auf einen ganz gemütlichen Abend eingestellt doch dann beschlossen sowohl Ivan und Lena, als auch Ilja und Nadja, dass sie schon am Abend nach Hause fahren wollen, da der Heimreiseverkehr für Sonntag stauverdächtig sein soll. Da wir nicht alleine zurückbleiben wollten, packten wir unsere 7 Sachen in den Panzerkreuzer und machten uns auf den Weg. Zum Glück waren nur die ersten Meilen eisig und zäh und noch vor Mitternacht waren wir ohne Murren und Knurren wieder daheim. Das war unser erstes Schneeabenteuer in den USA und wir wollen auf jeden Fall weitere folgen lassen. Denn die Landschaft ist einfach nur schön, Berge sind sowieso toll und auch Ella hat so ein Hüttenaufenthalt sehr gut gefallen.

Silvester in Tahoe

Skistart ins neue Jahr am Lake Tahoe

Am Silvestermorgen machten wir uns auf gen Berge in die Sierra Nevada. Nach nur 2h Fahrt tauchten die ersten schneebedeckten Gipfel der Sierra vor unserer Windschutzscheibe auf. Weitere 2,5h später nahmen wir als erste das Hüttchen in Beschlag. Im Laufe des Nachmittags trudelten auch Nastja, Lena, Ivan und Mascha, Nadja und Ilja ein. Wenngleich wir auch Leckereien mitgebracht hatten, doch gegen das was die anderen beiden Familien nach und nach auftafelten waren unsere Mitbringsel einfach lächerlich. Rouven hat gleich besorgt gefragt, wieviele Leute denn noch kommen würden. Aber so gehört es sich für ein russisches Neujahr: es werden Speisen aufgetafelt bis der Tisch unter dem Gewicht zusammenbricht. Nicht nur Unmengen Essen hatten unsere russischen Freunde mitgebracht, sondern auch einen kleinen Weihnachtsbaum und Partyaccessoires. Im Laufe des Abends ist sogar das unvorstellbare passiert: Rouven hat sich ein Partyhütchen aufgesetzt und die Bude mit Luftschlangen dekoriert. Unser russischer Neujahrsabend war sehr schön und sehr lecker und auch nur so war ich in der Lage überhaupt so lange wach zu bleiben.
Den Neujahrsmorgen begannen wir sportlich, Rouven schwang sich auf die Ski und ich habe mir Ella auf den Rücken geschnallt. Es war ein schöner sonniger Tag und so hat das Frischluftschnappen viel Spaß gemacht. Rouven war glücklich auf den Brettern (hat gleich ganz Kalifornien und Nevada abgefahren) und ich bin mit Ella ein wenig um den Berg gelaufen. Am Nachmittag haben wir uns in South Lake Tahoe umgesehen und im Kasino (direkt hinter der Stateline Kalifornien/Nevada stehen mehrere Kasinos) vergeblich versucht unseren Ausflug zu refinanzieren. Bei einem Bowl Game (College Football) konnten wir diesen schönen Tag gemütlich ausklingen lassen. Das erste was ich am folgenden Morgen spürte war eine böse Muskelmietze in meinen Waden. Da kraxelt man ein bissel durch die Berge und schon fällt die Muskelmietze über einen her. Zwar schien beim ersten blinzeln aus dem Fenster noch die Sonne, doch der Wetterbericht versprach üblen Schneesturm und eisige Temperaturen. Unter diesen Voraussetzungen verzichtete ich auf meinen Skifahranspruch und lies Rouven im Schneegestöber die Piste runterwedeln. Während draußen der Schneesturm tobte amüsierten sich die Mädels: Nastja, Mascha und Ella im Hüttchen. Da Ella brav ihren Mittagsschlaf hielt konnten Nadja und ich rodeln gehen. Rouven hat es trotz Schneesturm 4h auf der Piste ausgehalten und konnte sich zu Hause gleich bei mehreren Bowl Games entspannen. Viel mehr haben wir an diesem stürmischen Tag auch nicht gemacht. Aber in einem waren Hüttchen sitzen, während vor der Türe arges Schneetreiben herrscht ist auch sehr schön. Am Samstag war der Sturm vorbei und ich nahm endlich mein Recht auf Wedeln war. Zugegebenermaßen bin ich ja schon ein wenig ein Schisser, denn alleine den Berg runter, zumal meine letzte Abfahrt ziemlich genau 8 Jahre her ist, hmmmpf. Aber wat mut dat mut und so bin ich dann in den Lift gestiegen. War alles gar nicht so schwer und mit jedem Mal bin ich fixer runter . Mit diesen Carving Skien ist es wohl auch nicht wirklich schwierig. Aber gefroren habe ich trotzdem mal wieder ganz dolle. So etwas passiert beim Langlauf nicht! Das nächste Mal müssen wir irgendwo hinfahren, wo das Langlaufgebiet nicht so fern ist. Nach nur 2,5h war ich fix und alle und vor allem total verfroren. Rouven hat das gefreut, denn so konnte er auch noch mal die Piste unsicher machen. Eigentlich war ich schon auf einen ganz gemütlichen Abend eingestellt doch dann beschlossen sowohl Ivan und Lena, als auch Ilja und Nadja, dass sie schon am Abend nach Hause fahren wollen, da der Heimreiseverkehr für Sonntag stauverdächtig sein soll. Da wir nicht alleine zurückbleiben wollten, packten wir unsere 7 Sachen in den Panzerkreuzer und machten uns auf den Weg. Zum Glück waren nur die ersten Meilen eisig und zäh und noch vor Mitternacht waren wir ohne Murren und Knurren wieder daheim. Das war unser erstes Schneeabenteuer in den USA und wir wollen auf jeden Fall weitere folgen lassen. Denn die Landschaft ist einfach nur schön, Berge sind sowieso toll und auch Ella hat so ein Hüttenaufenthalt sehr gut gefallen.

Silvester in Tahoe

Tuesday, 2 December 2008

Turkey Travels

Thanksgiving - der beliebteste amerikanische Feiertag stand an. Übrigens deshalb so beliebt, weil man häufig gleich 2 Tage frei hat, Thanksgiving selbst und die meisten Leute auch Blackfriday. Vor allem aber so beliebt, weil es einzig und alleine darum geht, ganz viel Truthahn und andere Leckereien im trauten Kreise von Freunden und Familie zu essen UND man sich nichts schenken braucht. Der einzige weitere ganz wichtige Termin an diesem Tag findet vor dem Fernseher beim Footballspiel zuschauen statt. Da unsere Familie diesseits des großen Teichs aber sehr klein ist und wir das Leben eines Federviehs retten wollten, blieben wir nicht im trauten Heim, sondern schwangen uns am Donnerstag Morgen in unseren Panzerkreuzer. Für den Anfang steuerten wir den Küsten-Highway No.1 an. Entlang der Küste genossen wir die herrlichen Ausblicke, die sich fortwährend vor uns auftaten. Nördlich von San Francisco ist die Gegend nur noch spärlich besiedelt und man passiert nur ab und zu süße kleine Siedlungen. An einem Strand (Stinson Beach Federal Park) hielten wir dann an und gönnten Ella ein wenig Freigang, während Rouven und ich ein wenig unseren Wurfarm in Schwung hielten. Abgesehen davon konnte man mal wieder schöne Wellen und Surfer beobachten. Zwar würde ich selbst auch gerne mal surfen, aber bei der Kälte? (das Wasser ist verdammt kalt) Nach dem Mittag schlief Ella ein bißchen und wir nutzten das um weitere Meilen zu fahren. Die ganze Strecke bietet so manches Schmankerl für die Augen und langweilig wirds einem so auf keinen Fall.
Am Nachmittag rollten wir durch Fort Bragg. Am Wegesrand versprach ein Hotel Zimmer mit Hot Tubs und Kamin. Dem konnten wir nicht widerstehen und checkten ein. Zu all dem luxeriösen Luxus bot das Zimmer auch noch einen gigantischen Meerblick. Wir ließen es uns an diesem Feiertag jedenfalls richtig gut gehen. In einem lokalen Restaurant speisten wir zwar nicht wie die anderen Truthahnmenü, aber dennoch anständig.
Der nächste Morgen began wie der Abend zuvor aufgehört hatte, mit einem unverschämt schönen Ausblick aufs Meer. Damit ihr nicht ganz so neidisch zu sein braucht, gibts auch etwas zu beanstanden: Meerblick ist ja schön und gut, aber das Nebelhorn kann man doch Nachts ruhig ausschalten. Die Matratze war selbst für meinen Rücken zu weich und so klagten Rouven und ich beide über gehörige Kreutzschmerzen. Aber ein Blick aus dem Fenster versöhnte uns sofort.
Weiter gings gen Norden Richtung Redwoods. Vom Highway No.1 nahmen wir einen kleinen Umweg entlang der Avenue of the Giants durch den Humboldt State Park, um mitten durch die größten Bäume der Welt, Redwoods zu fahren. Eine kleine Wanderung nahmen wir auch mit. Alles in allem eine sehr beindruckende, aber auch recht düstere Angelegenheit, denn all zu viel Sonne lassen die Riesen nicht durch. Da wir somit auch schon genug große Bäume gesehen hatten und noch viel Strecke vor uns lag, verzichteten wir auf den Redwoods National Park und bogen in Eureka auf den Scenic Hyway 299 gen Osten ab. Wir schraubten den Panzerkreuzer durch die Klamath Mountains und konnten vor allem feststellen, dass die Leute hier wohl vor allem von der Forstwirtschaft leben und als Hobbys der Jagd und der Angelei fröhnen. Eine hübsche Gegend und im Sommer und mit einem Kanu bestimmt ein schöner Spaß. Am Abend kamen wir dann in Redding bei immer noch 20°C Außentemperatur an. Ein Motel war schnell gefunden und wir machten es uns gemütlich. Dank eines Imagevideos das in einer Endlosschleife auf einem Kanal lief, konnten wir feststellen, dass Redding nicht nur der Ausgangsort für den Lassen Volcanic National Park ist (unserem nächsten Ziel), sondern auch für einige Seen in der Umgebung und auch den ganzjährig schneebdeckten Mount Shasta ist. Redding selbst liegt im Sacramento Valley daher ist es auch immer schön warm, aber rundum thronen die Berge und bieten wunderschöne Ausflugsziele. Fürs erste nahmen wir uns aber nur den Lassen Volcanic National Park vor. Gestärkt durch eine Portion Pancakes machten wir uns am Samstag Morgen auf den Weg. Einen kleinen Schlenker über eine Mall ließ sich nicht vermeiden, denn wir wollten mal sehen, ob nicht doch noch ein Schnäppchen abzugreifen ist, welches vom Blackfriday übrig geblieben sind. Da der Freitag nach Thanksgiving der biggest shopping day in den USA ist, gibt es unzählige Sales, Schnäppchen etc. Viele Einkaufszentren machen dann schon um 5:00 Uhr auf und die Leute campieren teilweise vor den Stores ... Amis halt. Im Radio hat das ein Moderator gut zusammengefasst: "Yet another 6 o'clock sale I don't care about". Erstaunlicherweise war die Mall aber fast menschenleer und wir zum Glück auch schnell wieder auf der Straße gen Lassen Volcanic National Park. Im Nationalpark lachte uns nicht nur die Sonne kräftig an, sondern wurde auch stark von jeder Menge Schnee reflekiert und ich war schon ganz traurig, dass wir keinen Schlitten dabei hatten. Die Landschaft war sehr beeindruckend, alpin bzw. Vulkanlandschaft. (der letzte Ausbrauch war 1915) Seen in ehemaligen Kratern, Vulkangeröll, welches von kleinen Nadelbäumen durchbrochen wurde und beeindruckende steile Berge. Eigentlich wollten wir eine kleine 45min Wanderung zu Geysieren machen, aber leider hat das nicht ganz geklappt. Wir sind zwar gestartet, aber der ganze Weg war voller Schnee und Rouven fand das ganze Unternehmen mit Ella auf dem Rücken zu gefährlich und ausnahmsweise stimmte ich ihm zu, da meine Füße in den dünnen Schuhchen schon eiskalt waren. Schön war es trotzdem im Nationalpark und wir wollen auf jeden Fall im Sommer noch einmal vorbeischauen. In den Bergen waren es zwar nur 11°C Außentemperatur, aber in der Sonne fühlte es sich viel wärmer an. Schon seltsam im Schnee zu stehen und es ist so warm. Kaum hatten wir die Berge verlassen und waren wieder im Tal, zeigte das Boardthermometer wieder 26°C an und das nach nur 30min Fahrt. Da uns die Strecke gen Heimat entlang des I-5 (Interstate) etwas öde war und Ella auch noch einmal etwas Auslauf brauchte, nahmen wir einen Abstecher zum Clearlake in der Coast Range. Dies war landschaftlich so anders als das, was wir an diesem Tage bisher gesehen hatten und doch irgendwie sehr schön. Die Dämmerung setzte ein, doch leider lagen noch einige Meilen vor uns, bis zu unserem Heimathafen. Ella fand das ganze eher unerträglich, aber wat mut dat mut. Im dunklen haben wir trotzdem noch kleine süße Städtchen entlang des Nappa Valleys ausgemacht und irgendwann kamen wir dann doch wieder daheeme an. Eine aufregende und sehr schöne Reise lag hinter und noch ein ganzer langer gemütlicher Sonntag zum rumgammeln vor uns :-)

Übrigens in Redding hat der Sprit nur noch $ 1,75 pro Gallone gekostet. Im September lag der Spritpreis sogar bei über $4 pro Gallone. Da macht doch das Road Tripping Spaß.



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Turkey Travel pics

Turkey Travels

Thanksgiving - der beliebteste amerikanische Feiertag stand an. Übrigens deshalb so beliebt, weil man häufig gleich 2 Tage frei hat, Thanksgiving selbst und die meisten Leute auch Blackfriday. Vor allem aber so beliebt, weil es einzig und alleine darum geht, ganz viel Truthahn und andere Leckereien im trauten Kreise von Freunden und Familie zu essen UND man sich nichts schenken braucht. Der einzige weitere ganz wichtige Termin an diesem Tag findet vor dem Fernseher beim Footballspiel zuschauen statt. Da unsere Familie diesseits des großen Teichs aber sehr klein ist und wir das Leben eines Federviehs retten wollten, blieben wir nicht im trauten Heim, sondern schwangen uns am Donnerstag Morgen in unseren Panzerkreuzer. Für den Anfang steuerten wir den Küsten-Highway No.1 an. Entlang der Küste genossen wir die herrlichen Ausblicke, die sich fortwährend vor uns auftaten. Nördlich von San Francisco ist die Gegend nur noch spärlich besiedelt und man passiert nur ab und zu süße kleine Siedlungen. An einem Strand (Stinson Beach Federal Park) hielten wir dann an und gönnten Ella ein wenig Freigang, während Rouven und ich ein wenig unseren Wurfarm in Schwung hielten. Abgesehen davon konnte man mal wieder schöne Wellen und Surfer beobachten. Zwar würde ich selbst auch gerne mal surfen, aber bei der Kälte? (das Wasser ist verdammt kalt) Nach dem Mittag schlief Ella ein bißchen und wir nutzten das um weitere Meilen zu fahren. Die ganze Strecke bietet so manches Schmankerl für die Augen und langweilig wirds einem so auf keinen Fall.
Am Nachmittag rollten wir durch Fort Bragg. Am Wegesrand versprach ein Hotel Zimmer mit Hot Tubs und Kamin. Dem konnten wir nicht widerstehen und checkten ein. Zu all dem luxeriösen Luxus bot das Zimmer auch noch einen gigantischen Meerblick. Wir ließen es uns an diesem Feiertag jedenfalls richtig gut gehen. In einem lokalen Restaurant speisten wir zwar nicht wie die anderen Truthahnmenü, aber dennoch anständig.
Der nächste Morgen began wie der Abend zuvor aufgehört hatte, mit einem unverschämt schönen Ausblick aufs Meer. Damit ihr nicht ganz so neidisch zu sein braucht, gibts auch etwas zu beanstanden: Meerblick ist ja schön und gut, aber das Nebelhorn kann man doch Nachts ruhig ausschalten. Die Matratze war selbst für meinen Rücken zu weich und so klagten Rouven und ich beide über gehörige Kreutzschmerzen. Aber ein Blick aus dem Fenster versöhnte uns sofort.
Weiter gings gen Norden Richtung Redwoods. Vom Highway No.1 nahmen wir einen kleinen Umweg entlang der Avenue of the Giants durch den Humboldt State Park, um mitten durch die größten Bäume der Welt, Redwoods zu fahren. Eine kleine Wanderung nahmen wir auch mit. Alles in allem eine sehr beindruckende, aber auch recht düstere Angelegenheit, denn all zu viel Sonne lassen die Riesen nicht durch. Da wir somit auch schon genug große Bäume gesehen hatten und noch viel Strecke vor uns lag, verzichteten wir auf den Redwoods National Park und bogen in Eureka auf den Scenic Hyway 299 gen Osten ab. Wir schraubten den Panzerkreuzer durch die Klamath Mountains und konnten vor allem feststellen, dass die Leute hier wohl vor allem von der Forstwirtschaft leben und als Hobbys der Jagd und der Angelei fröhnen. Eine hübsche Gegend und im Sommer und mit einem Kanu bestimmt ein schöner Spaß. Am Abend kamen wir dann in Redding bei immer noch 20°C Außentemperatur an. Ein Motel war schnell gefunden und wir machten es uns gemütlich. Dank eines Imagevideos das in einer Endlosschleife auf einem Kanal lief, konnten wir feststellen, dass Redding nicht nur der Ausgangsort für den Lassen Volcanic National Park ist (unserem nächsten Ziel), sondern auch für einige Seen in der Umgebung und auch den ganzjährig schneebdeckten Mount Shasta ist. Redding selbst liegt im Sacramento Valley daher ist es auch immer schön warm, aber rundum thronen die Berge und bieten wunderschöne Ausflugsziele. Fürs erste nahmen wir uns aber nur den Lassen Volcanic National Park vor. Gestärkt durch eine Portion Pancakes machten wir uns am Samstag Morgen auf den Weg. Einen kleinen Schlenker über eine Mall ließ sich nicht vermeiden, denn wir wollten mal sehen, ob nicht doch noch ein Schnäppchen abzugreifen ist, welches vom Blackfriday übrig geblieben sind. Da der Freitag nach Thanksgiving der biggest shopping day in den USA ist, gibt es unzählige Sales, Schnäppchen etc. Viele Einkaufszentren machen dann schon um 5:00 Uhr auf und die Leute campieren teilweise vor den Stores ... Amis halt. Im Radio hat das ein Moderator gut zusammengefasst: "Yet another 6 o'clock sale I don't care about". Erstaunlicherweise war die Mall aber fast menschenleer und wir zum Glück auch schnell wieder auf der Straße gen Lassen Volcanic National Park. Im Nationalpark lachte uns nicht nur die Sonne kräftig an, sondern wurde auch stark von jeder Menge Schnee reflekiert und ich war schon ganz traurig, dass wir keinen Schlitten dabei hatten. Die Landschaft war sehr beeindruckend, alpin bzw. Vulkanlandschaft. (der letzte Ausbrauch war 1915) Seen in ehemaligen Kratern, Vulkangeröll, welches von kleinen Nadelbäumen durchbrochen wurde und beeindruckende steile Berge. Eigentlich wollten wir eine kleine 45min Wanderung zu Geysieren machen, aber leider hat das nicht ganz geklappt. Wir sind zwar gestartet, aber der ganze Weg war voller Schnee und Rouven fand das ganze Unternehmen mit Ella auf dem Rücken zu gefährlich und ausnahmsweise stimmte ich ihm zu, da meine Füße in den dünnen Schuhchen schon eiskalt waren. Schön war es trotzdem im Nationalpark und wir wollen auf jeden Fall im Sommer noch einmal vorbeischauen. In den Bergen waren es zwar nur 11°C Außentemperatur, aber in der Sonne fühlte es sich viel wärmer an. Schon seltsam im Schnee zu stehen und es ist so warm. Kaum hatten wir die Berge verlassen und waren wieder im Tal, zeigte das Boardthermometer wieder 26°C an und das nach nur 30min Fahrt. Da uns die Strecke gen Heimat entlang des I-5 (Interstate) etwas öde war und Ella auch noch einmal etwas Auslauf brauchte, nahmen wir einen Abstecher zum Clearlake in der Coast Range. Dies war landschaftlich so anders als das, was wir an diesem Tage bisher gesehen hatten und doch irgendwie sehr schön. Die Dämmerung setzte ein, doch leider lagen noch einige Meilen vor uns, bis zu unserem Heimathafen. Ella fand das ganze eher unerträglich, aber wat mut dat mut. Im dunklen haben wir trotzdem noch kleine süße Städtchen entlang des Nappa Valleys ausgemacht und irgendwann kamen wir dann doch wieder daheeme an. Eine aufregende und sehr schöne Reise lag hinter und noch ein ganzer langer gemütlicher Sonntag zum rumgammeln vor uns :-)

Übrigens in Redding hat der Sprit nur noch $ 1,75 pro Gallone gekostet. Im September lag der Spritpreis sogar bei über $4 pro Gallone. Da macht doch das Road Tripping Spaß.



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